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SOMMERGÄSTE
Premiere am 19. Juni 2010
Stiftsruine
Szenen von Maxim Gorki
Mit Armin Dillenberger (Doppelpunkt), Marie-Therese Futterknecht (Kalerija), Emanuela von Frankenberg (Marja Lwowna), Frank Jordan (Kirill Dudakow), Karsten Kramer (Kropilkin), Viola Neumann (Julia), Stefan Reck (Sergej Bassow), Jörg Reimers (Pustobaika), Uwe Schmieder (Piotr Suslow), Tabea Scholz (Olga), Charlotte Sieglin (Warwara), Manfred Stella (Itel Reding), Johannes Terne (Jakow Schalimow), Andreas Vögler (Pavel Rjumin), Franziska Weber (Sascha), Lars Weström (Wlas Tschernow), Michael Witte (Zamislow)
Regie: Jean-Claude Berutti
Bühne und Kostüme: Rudi Sabounghi
Besetzung
Maxim Gorkis Darstellung einer Gesellschaft, die nicht merkt, dass ihre Zeit vorüber ist, dass sie längst nur noch den Status von „Sommergästen“ hat, ist das erste russische Stück in der langen Geschichte der Bad Hersfelder Festspiele – eine überfällige Entscheidung, denn der Kalte Krieg ist gottlob vorüber und wir dürfen Europa wieder bis zum Ural denken. Der Mittelpunkt Europas ist übrigens eine Gebrauchtwarenhandlung 8 km nordwestlich von Vilnius. Dort muss man 5 Sprachen beherrschen, um Autos verkaufen zu können und keine davon ist Englisch, Französisch, Spanisch oder Deutsch. Das Personal der „Sommergäste“ hat davon keine Kenntnis – Gorki schenkte uns schon 1905 eine Metapher für das Verhältnis von Reichen zu Armen, für das Verhältnis von Europa zu – sagen wir – Afrika, der äußeren Mongolei oder Indien.
Über sein aufrüttelndes Thema hat Gorki eine Komödie geschrieben, niemand außer Cechov hat das je wieder fertig gebracht. Der Auftritt der Personen allein spiegelt die Aussage des Stückes: „Sommergäste“ am Rande einer Geschichte, die längst über sie hinweg gegangen ist. „Wir haben doch schon alle genug geseufzt“, sagt eine Figur in einem Anflug von Einsicht in die Nichtigkeit ihrer Existenz, „jetzt müssen wir den Mut haben zu schweigen.“ Ihre Forderung „man muss dem Leben mit freundlichen Kinderaugen ins Gesicht sehen – dann gelingt alles“ haben Gorkis Figuren längst verspielt. Ein großes Drama, irritierend, spannend und äußerst unterhaltsam. Eine Komödie eben.
Pressestimmen:
Das wohlige Gefühl bei den Zuschauern bleibt, denn was das offensichtlich spielfreudige, hervorragende Ensemble unter der Regie von Jean-Claude Berutti auf der Bühne präsentiert, ist unterhaltsam und komisch, spannend und anrührend, sommerlich-leicht und doch mit Tiefgang. (...) . Das Fazit zog das Publikum schon bei der Premiere: lang anhaltender, begeisterter Beifall, trampeln und Bravo-Rufe für eine rundum gelungene Inszenierung. Hersfelder Zeitung
(...) eine Regie, die sowohl espritvolles Theater als auch sensibel durchgezeichnete Charaktere bot, die auf spannende Unterhaltung setzte und turbulenten Ensemble-Aktionismus klug mit berührenden Kammerszenen durchbrach. Gießener Allgemeine Zeitung
Von feinen Nuancen und von der Intensität des stummen Spiels, von Drastik und Spektakel lebt die kluge Inszenierung ebenso wie vom hohen Tempo, von dramatischer Dichte und von perfekten Übergängen. Ein Hauptgrund für den Erfolg ist das begeisternde Ensemblespiel einer Riege hochkarätiger Darstellerinnen und Darsteller. Fuldaer Zeitung
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