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WILHELM TELL

Premiere am 12. Juni 2010
Stiftsruine

Schauspiel von Friedrich Schiller

 

Mit Markus Gertken (Wilhelm Tell), Stefan Reck (Hermann Geßler), Bernd Kuschmann (Werner Stauffacher), Birthe Gerken (Hedwig Tell), Horst Sachtleben (Freiherr von Attinghausen), Andrea Cleven (Berta von Bruneck), Bernhard Conrad (Arnold von Melchtal), Martin Bringmann (Ulrich von Rudenz), Nikolaus Kinsky (Rösselmann), Günter Schoßböck (Walter Fürst), Sebastian Graf (Konrad Baumgarten) u.a. 

Regie: Holk Freytag 
Bühne: Tilo Staudte
Kostüme: Michaela Barth
Besetzung




Schillers berühmtestes Drama erfährt zum 60-jährigen Jubiläum seine
Bad Hersfelder Uraufführung. Es ist ein Stück über die Identität von
Völkern – es ist ein bis heute irritierender Beitrag zur Selbstfindung
der deutschen Nation. Die Schweiz ist zwar der Schauplatz der
Handlung, jedoch ist Deutschland gemeint. Tell selbst ist eine der
interessantesten Figuren Schillers. In einer eher kleinbürgerlichen
Welt zeigt er, wie sein Titelheld seine kleine Familie auf für ihn
eherne Gesetze einschwört – wie sehr ihn seine sprichwörtlichen
Wahrheiten bestimmen, wie sehr sie ihn wie einen Schutzmantel
umgeben, das zeigt sich erst in der Katastrophe, in der meisterhaften
Apfelschussszene, die unter anderem auch eine Studie über
Massenverhalten angesichts der Katastrophe ist. Angesichts der
Forderung, einen Apfel vom Kopf seines Kindes zu schießen,weiß er,
dass er allein ist, dass auch die Mehrheit der Umstehenden ihm nicht
helfen wird – und wenn er am Ende des Stücks von allen als Held
gefeiert wird, verstummt er – es ist das beredte Schweigen des
tragischen Helden.

„Wilhelm Tell“ umkreist in jeder Szene das Generalthema der Freiheit,
bindet es aber immer an die mit der Freiheit verbundenen Pflichten
des Einzelnen – und es sind nicht nur die Modelle der Demokratie,
die Schiller verhandelt.Auch den feudalistischen Strukturen,
die Attinghausen vertritt und denen des Großbürgertums, die
Stauffacher vertritt, gehört die Sympathie des Autors, der hier
deutlich um ein Gesellschaftsbild ringt, in dem der Einzelne für
das Ganze und das Ganze für den Einzelnen steht.

 

Pressestimmen:  

 (Weitere Pressestimmen finden Sie unter  der Rubrik PRESSE) 

Holk Freytag, der neue Intendant, eröffnete die Festspiele in Bad Hersfelds Klosterruine mit "Wilhelm Tell" auf eine Weise, die seine Intendanz mit den besten Aussichten versieht: Diese Balance von Unterhaltung und Substanz ist wohl genau das, was diese Bühne benötigt. Thüringer Allgemeine

Der „Tell“, dies zeigt die Hersfelder Inszenierung, ist ein Stück für unsere Zeit. Dafür hat Festspiel-Chef Freytag es nicht einmal verstümmeln müssen. (...) Spektakuläre Effekte wie der sich plötzlich von einem der hohen Bögen herunterstürzende Wasserfall oder ein Apfelschuss, der die Frucht auf dem Kopf des Knaben zerschellen lässt, meidet die Inszenierung keineswegs. Freytag kann dem Publikum durchaus etwas bieten. (...) Markus Gertken, der im Vorjahr den Odysseus gegeben hat, beherrscht souverän die Szene. Der Gessler des Stefan Reck erinnert an den Mephisto des Gustaf Gründgens. Und der alte Horst Sachtleben zeigt als Freiherr von Attinghausen den Jungen, wo es schauspielerisch langgeht.  FAZ

Dieser Tell trifft ins Schwarze. (...) Freytag, in der Branche ein alter Hase, versteht es tatsächlich, uns die verhasste, weil langweilende Schullektüre schmackhaft zu machen. Dank exzellenter Schauspieler bringt er Licht in das Dunkle der Schweizer Machenschaften (...) Gemeinsamkeit macht stark - das unterstreicht Freytag in diversen, sorgfältig choreografierten Massenszenen.  Giessener Allgemeine Zeitung 

Holk Freytags Tell schafft es, eine Instanz in der aktuellen europäischen Frage
abzugeben. Glaubhaft von der ersten bis zur letzten Minute werden täuschende Machtstrukturen entlarvt und verbindende Werte herausgestellt. Der wahrlich würdige Auftakt des großen Theaterfestivals in seinem sechzigsten Jahr wurde vor Premierenpublikum mit lang anhaltendem und ebenso ehrlichem Applaus bedacht. Osthessen News

 

 

 

 

 

 

 

 

   
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