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Deutschland nach dem Krieg. Einen historischen Augenblick lang sind die Verhältnisse unübersichtlich. Kein Mensch steht mehr an seinem Platz. In diesem einen Augenblick, bevor der amerikanische Traum und das Wirtschaftswunder die Richtung weisen, sind die Außenseiter den so genannten bürgerlichen Existenzen überlegen, weil sie besser wissen, wie man überlebt. Z. B. so eine wie Carmen. Ihre Herkunft und ihr Schicksal liegen im Dunkeln, als sie nach dem Krieg in einer großen deutschen Stadt auftaucht. Im raschen Wechsel von Rollen und Kostümen baut sie sich eine erfolgreiche Halbweltexistenz auf. So eine ist nicht zu fassen und fasziniert. Sie weckt Sehnsüchte, Bewunderung, Ängste, bei Männern und bei Frauen. Aber wie liebt so eine? Wer liebt so eine?
Das Musical erzählt die Geschichte von Carmen und von Jo und Marie.
Marie ist das, was man eine gute Person nennt. Sie liebt Jo, ihr Leben lang, egal was passiert. Jo ist ein Sohn aus gutem Haus, dessen jungenhafter Charme alle bezaubert. Er ist in die Liebe zu Marie wie in ein Kleidungsstück hineingewachsen und merkt zu spät, dass ohne Marie alles nichts ist. Denn zuvor hat Carmen ihn in ihre Halbwelt entführt und Jo hat sich verhängnisvoll in seine unberechenbare Entführerin verliebt…
Es kommt wie es kommen muss.
„Carmen – ein deutsches Musical“ verlegt den Carmen-Stoff, wie Prosper Merimée und Georges Bizet ihn in der Novelle und in der Oper entwickelt haben, in das Westdeutschland der Jahre 1948 und 1955. Die Musik orientiert sich am Jazz und an der Unterhaltungsmusik jener Jahre. Sie nimmt dabei auch Bezug auf die bekannten Motive aus der Carmen-Oper.
Pressestimmen:
Anna Montanaro, Deutschlands bester Musical-Export seit Hildegard Knef und Ute Lemper, ist eine Wucht. Sie, die gut genug für das Londoner Westend und den Broadway ist, besitzt eine ausdrucksstarke Stimme, sie kann tanzen und sie vermag ihrer Figur jene Zweideutigkeit zu geben, die Carmen zu einem ewigen Rätsel macht. FAZ
Judith Kuckart erzählte die Geschichte mit herzhaften Texten. (...) Komponist Schmidtke, der 90 Prozent der Musik neu geschrieben hat, zitierte die leitmotivisch drei Bizet-Ohrwürmer (...) um sie sehr originell zu verändern. Regisseur Nico Rabenald fand für die offene Bühen wirkungsvolle Bilder und formte plakative Ensembles im geschmeidigen Wechsel mit intimen Szenen. Dabei wird er von einer dynamischen Choreografie unterstützt. Die Musik war bei Christoph Wohlleben und seinem präzisen Orchester in besten Händen. Fuldaer Zeitung
Wunderschöne Bilder hat Rabenald inszeniert, schöne Einfälle wie zahlreiche Werbeplakate aus den 1950er Jahren oder Küchenutensilien-Musik eingebaut. (...) Ein runder Abend, den viele Zuschauer am Ende im Stehen beklatschten. Göttinger Tageblatt
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